DER TRAUM IST AUS

oder Die Erben der Scherben

Statements aus dem Film
 


Christoph Leich DIE STERNE: Wir sind politisch, aber eher in dieser bürgerlichen Packung: Das Private ist politisch. Wir sind keine explizit politische Band.

Jan Müller TOCOTRONIC: Das ganze System ist heute sehr viel subtiler und jeder steckt da irgendwie mit drin. Man kennt so viele Leute die in irgendwelchen Werbeagenturen arbeiten und da auch Sachen betreiben die ich nicht für richtig halte. Trotzdem sind das aber nette Leute oder Freunde und deswegen ist es sehr schwierig Feindbilder abzustecken.

Jakob Friderichs ELEMENT OF CRIME: Ich habe die SCHERBEN das erste Mal live auf dem Mariannenplatz gesehen, wo sonst. Auf einem 1. Mai-Fest - wann sonst und ich weiß noch genau, ich war 13 oder 14 und ich hab´gedacht "booah, die spielen wie die STONES....Die Art wie sie gespielt haben, wie sie die Stücke arrangiert haben, das war sehr an den STONES angelegt und meiner Meinung nach haben sie besser gespielt als die STONES.

Gunnar Schroeder DRITTE WAHL: Ich glaube die haben noch viel mehr daran geglaubt, daß etwas passiert, als wir es tun. Wir singen zwar auch, daß wir etwas machen müssen aber mehr aus so einer inneren Verzweiflung heraus, als aus dem wirklichen Glauben, daß jetzt ein paar Tausend Menschen aufstehn und was verändern. Ich glaube davon sind wir weit entfernt.

Britta Neander Ton Steine Scherben / BRITTA: Rio hat sich mal eine Satinjacke gekauft, das war ein Skandal. Pop-Star und so. Und die SCHERBEN haben das ja wirklich versucht. Nur die Leute haben halt vergessen, daß die als Beruf Musiker waren und eben irgendwie auch davon leben wollten. Weil die Anderen hatten ja ihr Studium gehabt oder ihren Sozialpädagogen....Es wurde ausgenutzt, diese Menschlichkeit.

Jørn Hedtke DAS DEPARTMENT:
Ich kenne viele Musiker die sagen, sie würden nicht bei einem Major unterschreiben. Aber das man dann auch komplett die Cover mit Kartoffeldruck macht und dann gar nichts mehr abgibt, das kenne ich wenig.

Funky K. Götzner TON STEINE SCHERBEN / NEUES GLAS:
Das war ja auch so eine Zeit, wo viele überhaupt aus den Städten weggegangen sind. Man hat gesagt " Wir bauen an" und diese ganzen Sprüche "und bringen euch die Öko-und Biogeschichten nach Berlin und ihr macht in Berlin weiter".

Tilman Rossmy: ...was ich auch wußte, daß sie in so einer Kommune lebten. Das fand ich schon sehr attraktiv. Das war schon ein Mythos FRESENHAGEN....Und man hatte die Vorstellungen von freiem Sex und was weiß ich. Obwohl, in den 70ern hatten wir alle freien Sex. Das verlor auch so seinen Glanz mit der Zeit.


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